Echokammer Deutschland - Fotografische Positionen zum Rechtsruck

Gruppenausstellung bei der TRIENNALE EXPANDED 2026

Im Rahmen der Triennale der Photographie Hamburg zeigt das SHIFT-Netzwerk in der Gleishalle Oberhafen eine durch Christin Müller kuratierte Ausstellung.
Rechte und rechtspopulistische Positionen prägen zunehmend den öffentlichen Diskurs in Deutschland und drohen sich zu normalisieren, wenn ihnen nicht differenziert widersprochen wird. SHIFT, ein Zusammenschluss von neun Fotograf:innen, setzt sich in Langzeitprojekten mit dem Rechtsruck auseinander. Im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg zeigt das Netzwerk vom 6. bis 14. Juni 2026 in der Gleishalle im Oberhafen erstmals eine gemeinsame Ausstellung, kuratiert von Christin Müller. Die Arbeiten untersuchen Tatorte rechter Gewalt, Erinnerungskultur, visuelle Strategien rechter Akteur:innen sowie solidarische Gegenentwürfe und eröffnen einen kritischen, differenzierten Blick auf eine der drängendsten politischen Entwicklungen der Gegenwart.

Vertretene Fotograf:innen:  
Felix Adler, Rosa Burczyk, Jonathan Funk, Rafael Heygster, Paula Markert, Fabian Ritter, 
Julius Schien, Thomas Victor und Stella Weiß



06.06 - 14.06.2026

Mo - Do: 12:00 - 18:00 Uhr
Fr - So: 11:00 - 20:00 Uhr



Programm & Öffnungszeiten:
Vernissage: 07.06.2026 12:00 Uhr - Gleishalle Oberhafen, Hamburg
Führungen: 12.06. - 16:00 bis 17:00 Uhr sowie am 13.06., 15:00 bis 16:00 Uhr
Talk: Talk “ALLIANCE - Strategien des Widerstands" - 12.06 - 19:00 Uhr


www.2026.photoriennale.de/triennale-expanded

Talk “ALLIANCE - Strategien des Widerstands":  
Ort: Triennale Festivalzentrum, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg
Zeit: 12.06.2026 - 19:00 Uhr

Mitglieder des Fotograf*innen-Netzwerk SHIFT sprechen mit Zeran Osman und Irène Mélix aus einer aktivistischen Perspektive über die Rolle von Allianzen, Netzwerken und solidarischen Zusammenschlüssen. Wie können sie Räume für Austausch, Widerstand und gegenseitige Stärkung schaffen? Welche Strategien helfen, dem zunehmenden Druck von Rechts nicht nachzugeben – sondern ihm kollektiv etwas entgegenzusetzen? Wie können solidarische Allianzen nachhaltig gestärkt werden? Das Gespräch wird von Siri Keil moderiert. 

Zeran Osman ist kulturpolitisch aktiv und beschäftigt sich mit postmigrantischen Bewegungen, Formen des Widerstands sowie Erinnerungskulturen im Kontext von Rassismus und rechter Gewalt in Deutschland. Sie ist als Referentin und Moderatorin tätig, vernetzt zivilgesellschaftliche Initiativen und stärkt marginalisierte Stimmen. Sie wirkte lange beim Projekt „Offener Prozess“ zur kritischen Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex mit. Sie lebt und arbeitet in Chemnitz. 
Irène Mélix ist Künstlerin und Kulturarbeiterin und beschäftigt sich mit queeren Themen, politischer Geschichte/n und Grenzräumen. Sie studierte Kunst und Kulturwissenschaften in Hildesheim, Dresden, Paris und Krakau und arbeitet multimedial an der Schnittstelle von gesellschaftlichen und ästhetischen Fragestellungen. Ihre künstlerische Praxis führt sie in Archive in Deutschland, Polen, Frankreich und den USA. Sie lehrte an Universitäten und stellt europaweit aus. 2025 war sie am International Studio & Curatorial Program (ISCP) in New York. Ihre Promotion zu künstlerischen Methoden queerer Historiographie am Bauhaus Weimar wurde im Sommer 2025 eingereicht. Derzeit lebt und arbeitet sie wieder in Dresden.
 
SHIFT ist ein Zusammenschluss von neun Fotograf*innen, die sich in ihrer Arbeit kritisch mit dem Rechtsruck in Deutschland auseinandersetzen. Das Netzwerk wurde im Frühjahr 2025 gegründet, um Kräfte zu bündeln und mit fotografischen Arbeiten zum demokratischen Diskurs beizutragen. SHIFT möchte gesellschaftliche Realitäten sichtbar machen, Bewusstsein schaffen und eine kritische, lösungsorientierte Auseinandersetzung mit dem Erstarken rechter Strukturen fördern. 
 
Siri Keil arbeitet als Kulturjournalistin und Autorin im Hörfunk sowie als Sprecherin für Audio- und Filmproduktionen. Darüber hinaus moderiert sie Veranstaltungen in unterschiedlichen Bühnenformaten und entwickelt als Kulturvermittlerin Formate zur Vielfalt und Weiterentwicklung von Erinnerungskulturen in der postmigrantischen Gesellschaft. Sie ist Mitglied bei Neue deutsche Medienmacher*innen e. V. (NdM) und lebt in Hamburg.