Rechtes Land - Julius Schien
Seit der Wiedervereinigung starben in Deutschland über 200 Personen durch rechte Gewalt – über 200 Schicksale, die wir als Gesellschaft kurz zur Kenntnis nehmen und dann wieder vergessen. Konfrontiert mit der fortwährenden Präsenz von Rechtsextremismus in Deutschland, dokumentiert Julius Schien in dem Projekt RECHTES LAND all diese Tatorte rechter Gewalt und legt dabei einen bisher einzigartigen visuellen Katalog der Tatorte an.
In aufwendigen Archivrecherchen machte Schien über 200 Straßenecken, Gerichtssäle und sogar Zugabteile ausfindig – allesamt Orte, an denen aufgrund extrem rechter Einstellungen getötet wurde. RECHTES LAND erzählt in menschenleeren Großformatfotografien und Begleittexten die Geschichten, die sich auf diesen leeren Bühnen zugetragen haben. Geschichten von Schicksalen, die oftmals nicht nur im kollektiven Gedächtnis fehlen, sondern denen auch häufig eine offizielle staatliche Anerkennung verwehrt bleibt.
Dieses wachsende Archiv dient als eindringlicher Index extrem rechter Gewalt und fordert uns auf, zu erinnern, zu reflektieren und Widerstand zu leisten.